Lichttherapie

 

Jetzt häufen sie sich wieder diese dunkelgrauen Tage: Frühnebel, Hochnebel, Nebel ganztags und überall, dazu Nieselregen, Graupel, Schnee und Schlag 17.00 Uhr fällt der Vorhang. Nacht ist's. Der Nebel weht bis in die Seele, und die Düsternis draußen schleicht in die Menschen und verfinstert ihr Gemüt. Kommt es ganz arg, wird daraus eine Krankheit, die sich "Winterdepression" nennt. Doch ein wenig von dieser Winterdepression spürt jetzt auch jeder Gesunde in sich.

Winterschlaf des Menschen

Wer hätte nicht schon neidvoll an den Bären gedacht, der sich in seine Höhle verkriecht, wenn die Nächte länger und kälter werden, um Winterschlaf zu halten, bis ihn Wärme und Licht wieder wecken. Der Mensch in seinen Kunsthöhlen dagegen arbeitet den Winter durch und überlistet mit künstlicher Wärme und Licht jene Gesetzmäßigkeiten der Natur, denen auch er unterliegt. "Doch ein bißchen halten wir auch Winterschlaf". Wir schlafen jetzt länger als im Sommer und sind doch müder als sonst, wir sind weniger aktiv und konzentriert, die Stimmung sinkt, der Organismus schaltet auf eine Art Schongang und die innere Uhr gerät in diesen kurzen Tagen und langen Nächten ein wenig aus dem Takt.

 "Helles Licht ist der Zeitgeber dieser inneren Uhr. Wir brauchen es, damit sie richtig tickt". Bringt der Mangel an Licht die Uhr ins stocken, stellen sich Schlafstörungen und Tagesmüdigkeit ein. Daneben löst  Licht biochemische Reaktionen im Körper aus: Licht unterdrückt die Produktion des Hormons Melatonin im Gehirn. Melatonin ist der chem. Ausdruck der Nacht, es macht müde und dämpft die Stimmung.

Melatonin: Der Bote der Nacht

Der Körper startet die Melatoninproduktion, wenn das Licht schwindet oder wir die Augen schließen, u. hört damit auf, wenn wir aufwachen und ins Licht blinzeln. Das erklärt, warum man sich nach einem 12-Stunden-Schlaf bisweilen richtig müde fühlt: Zuviel Schlaf wirkt durch die hohe Melatoninproduktion depressionsfördernd. Und es erklärt das Stimmungs- und Leistungstief im November und Dezember. Nur helles Licht ab einer Intensität von etwa 2 500 Lux zeigt Wirkung und hemmt die Produktion des Stimmungsdämpfers Melatonin. Die normale Beleuchtung in den "Kunsthöhlen der Menschen" erreicht diese Intensität nicht. So bringt es eine druchschnittliche Bürobeleuchtung nur auf gut 500 Lux, während Sonnenlicht  mit bis zu 30 000 Lux gemessen werden kann. Doch auch an wolkenverhangenden Wintertagen sind im Freien durchaus 10 000 Lux und mehr zu ergattern. Doch wir kriegen es nicht ab, weil wir lieber in der warmen Stube sitzen, "im biologischen Dunkel".

"Lichtduschen" machen munter

Das medizinische Krankheitsbild Winterdepression bekämpft man mit wahren "Lichtduschen". Dafür geeignete lichtstarke Anti-Depressions-Lampen oder Lichttherapielampen sind im Fachhandel ab 150 €  erhältlich. Empfehlenswert ist, Wohn- und Arbeitsräume jetzt hell und freundlich aufzuleuchten, von Schlaforgien über 10 Stunden abzusehen, sich keinen Sonnenstrahl entgehen lassen und auch ohne Sonnenschein öfter eine Spazierrunde im Freien einlegen.

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